Hüte dich vor Falschen Freunden: „Dosensprech“

Wenn Fahrschulen englische „Übelsetzungen Marke Eigenbau“ als Firmennamen verwenden, ist das peinlich. Bitter ist es, wenn eine Sprachschule das tut. Denn gerade hier sollte doch ein korrekter englischer Sprachgebrauch zu erwarten sein.

Das „canspeak sprachinstitut“ möchte mit seinem Namen vermutlich ausdrücken, dass es seinen Kunden die Fähigkeit des Sprechens in anderen Sprachen vermitteln kann.

Was der Name allerdings mitteilt ist „Dosensprech“. „Can“ ist nämlich u. a. das englische (AE*) Wort für „Dose“, „to speak“ ist die Verbform von „Sprechen“. Dazu kommt, dass das Zusammenschreiben der beiden Wörter orthographisch falsch ist. Die Kompetenz des Sprechens in dieser Form auszudrücken ist falsch.

„Can“ bedeutet natürlich nicht nur „Dose“, eine weitere Bedeutung ist in der Tat das „Können“. „I can speak“ bedeutet „Ich kann sprechen“. Drei einzelne Wörter.

Aber wenn man von der Fähigkeit der Kompetenz etwas zu können als solches spricht, dann ist „can“ das falsche Wort. „Ability“ (Fähigkeit, Können oder Eignung), Verbform „to be able“, wäre hier besser. „I have the ability to speak English“ oder „I am able to speak English“ als Beispiel.

Die deutsche Ausdrucksweise „(jemand) kann sprechen“ wurde hier anscheinend wortwörtlich als „canspeak“ übersetzt, mit dem besagten „Dosensprech“ als Ergebnis.

Wenn das korrekte „ability“ dem Namen zu Grunde gelegen hätte, dann wäre z. B. „Speakable“ eine treffende Beschreibung gewesen.

Die Vermutung, dass kein englischsprachiger Muttersprachler in der Erfindung dieses Namens beteiligt war, liegt daher nahe. Ebenfalls einleuchtend ist die Befürchtung, dass die hier involvierten Namensgeber auch über keine tiefgreifenden Kompetenzen in der englischen Sprache verfügten. Dies wiederum führt zu interessanten Gedankengängen mit Hinblick auf das „Sprechen Können“ der dort Lehrenden.

*American English

2017-09-13T10:49:09+00:00