Sprache im Wandel: Geld ausgeben leicht gemacht – ganz ohne Kontakt

Die neueste Generation der Kreditkarten macht das Geldausgeben noch einfacher.  Wer lieber das Handy zum Bezahlen nimmt, kann dies auch mit einer App tun. Weder Unterschrift noch PIN sind hier erforderlich, ein schlichtes Funksignal sorgt dafür, dass einem das Geld ganz bequem aus der Tasche gezogen wird.

Dieses „kontaktlose“ Bezahlen ist in Deutschland noch nicht weit verbreitet, in Nordamerika und UK jedoch seit geraumer Zeit an der Tagesordnung. Und genau hier findet sich ein interessanter Aspekt zur Entwicklung von Sprache.

Diese Technik ist neu. Also musste ein Begriff dafür erfunden werden. Auf Deutsch ist dieser Begriff „kontaktlos bezahlen“. Im UK wird die abgekürzte Übersetzung dieses Begriffs verwendet, nämlich „contactless“. Und jetzt wird es interessant: In Nordamerika (USA und Canada) nennt sich diese Art des Bezahlens „tap“.

„Tap“ basiert auf „tap and pay“, also durch das Antippen der Karte am entsprechenden Gerät den Bezahlvorgang auszulösen. Während sich in Deutschland und dem UK der kontaktlose Aspekt des Bezahlens als Bezeichnung etabliert hat, stand in Nordamerika die Handlung, also das Antippen im Vordergrund.

Verwirrend wird es natürlich, wenn man „tap“ zum Bezahlen für das Bier verwendet, das „on tap“ serviert wird. „On tap“ ist eine Bezeichnung für Bier vom Fass, denn „tap“ bedeutet ursprünglich „Hahn“, in diesem Fall „Zapfhahn“. Frisch gezapftes Bier in der Kneipe ist also „beer on tap“.

Wenn man eventuell etwas zu viel von dem „beer on tap“ getrunken hat, dann ist es ja gut, dass man dann mit „tap“ sehr einfach dafür bezahlen kann.

Geld ausgeben leicht gemacht…

2017-06-28T09:42:55+00:00