„Hüte dich vor Falschen Freunden“: This has been impregnated

Tja, da ist sie wieder. Die Peinlichkeit! Wenn der imprägnierte Stoff auf einmal geschwängert ist… Wieder einmal ein böses Fettnäpfchen, sind doch „imprägniert“ (waterproofed) und „impregnated“ (geschwängert) auf den ersten Blick sehr ähnlich – und doch so anders.

Dazu kommt, dass LEO.org, „impregnated“ doch tatsächlich an erster Stelle der Übersetzungen des Wortes „imprägniert“ auflistet. Denn, das stimmt im tatsächlich angewendeten, englischen Sprachgebrauch eindeutig nicht! Da wird „impregnated“ nicht als Synonym von „waterproofed“ verwendet, es bedeutet „geschwängert“. Immer!

Wenn etwas „imprägniert“ ist, d.h. „getränkt“, dann ist „saturated“ eindeutig die bessere Wortwahl. Ein interessanter Fall von Theorie und Praxis. Und, wieder ein Hinweis bzw. eine Warnung, Übersetzungen aus Wörterbüchern mit Vorsicht anzuwenden.

In direktem Zusammenhang stehen auch „Fabrik“ (factory) und „fabric“ (Stoff). Der Eine wird in der Anderen eventuell zwar imprägniert, sonst haben die Beiden aber nicht wirklich viel gemeinsam.

Wo wir schon von „impregnated“ sprechen. Am Anfang stand das Date…. Hier lauert nämlich auch ein Falscher Freund. Denn, „Daten“ (data) im Sinne von Computer, haben nichts mit „dates“ im Sinne von Verabredung zu tun.

Und, um das „Date“ zu bekommen, „fabriziert“ der Eine oder Andere schon mal (mein Haus, mein Auto, mein Boot). Das hat aber nichts mit „fabricated“ (manufactured, produced) zu tun. „Fabrizieren“ ist ein Zeichen von „Fantasie“, vielleicht auch von „fantasy“ (Vorstellung, Einbildung) – womit wir wieder bei „impregnated“ landen.

Im Kampf um das Date hat man(n) öfters ja auch „Konkurrenz“ (competition), die rein gar nichts mit „concurrence“ (Einverständnis, Übereinstimmung) zu tun hat. Ein sehr gefährlicher Falscher Freund – je nach Situation, vielleicht sogar ein „echter“ Falscher Freund – jedenfalls wenn man(n) dem Klischee Glauben schenkt. Denn, die Konkurrenz in Sachen Beziehung soll ja angeblich oft der „beste Freund“ des Betrogenen sein…

Um zu kennzeichnen, dass eine „Hübschlerin“ frei war, d. h. gerade keine Kundschaft hatte, hängte diese einen Vogelkäfig in ihr Fenster. Wenn also ein Freier sich nach Gesellschaft sehnte, dann sagte er: „Ich geh zu den Vögeln“. „Freier“ hatte im Mittelalter allerdings auch eine andere Bedeutung als heute. Ein mittelalterlicher Begriff der dem modernen „Freier“ nahe kommt, wäre „Hurer“. Ein Freier war damals nämlich ein Heiratskandidat mit ernsthaften Absichten. Auch ein interessanter Wandel der Sprache…

Während die Vogelkäfige im Fenster hingen und die Hübschlerinnen auf Kundschaft warteten, spielten sie oft ein Brettspiel namens „Puff“, nicht unähnlich dem Backgammon. Wenn Kunden also „Puff“ spielen gingen, dann war die fadenscheinige Ausrede des Brettspiel Spielens schnell als Vorwand entlarvt…

Quellen: dwds.de, deacademic.com, Wikipedia, erfurt-lese.de,schule.de, fuchsmaedchen.de

2017-08-25T13:27:40+00:00