Unternehmenskultur – Überbelastung, Gleichgültigkeit und gebrochene Versprechen

Zu viel Arbeit

Im Idealfall sollte der Mensch arbeiten um zu leben, nicht umgekehrt. Einem Mitarbeiter mehr Arbeit zuzumuten als realistisch in einer angemessenen Arbeitszeit zu schaffen ist, ergibt keinen Sinn.

Zum einen hat jeder Mensch eine Leistungsgrenze. Irgendwann geht es nicht mehr. Zum anderen sollte jeder Mensch noch ein Privatleben haben dürfen. Es lohnt nicht, Mitarbeiter zu überarbeiten. Nicht nur, dass zu viel Arbeit den meisten Menschen missfällt, überarbeitete Mitarbeiter sind auch nicht mehr produktiv.

Laut einer neuen Studie aus Stanford sinkt „die pro-Stunde-Produktivität drastisch, wenn die Arbeitswoche die 50-Stunden-Grenze überschreitet. Die Produktivität sinkt sogar so stark, dass es sich ab 55 Stunden schon gar nicht mehr lohnt, mehr zu arbeiten“.

Das sollte sich jedes Unternehmen, jede Führungskraft, besonders die Workaholics, einmal auf der Zunge zergehen lassen. Mehr als 55 Stunden Arbeit lohnt sich nicht!

Der Mensch ist unwichtig

Aber leider scheint dies vielen Führungskräften egal zu sein. Work-Life-Balance ist nach wie vor ein Fremdwort in vielen Unternehmen. Wenn sich Führungskräfte wirklich für ihre Mitarbeiter interessieren, dann folgt oft automatisch eine vernünftige Work-Life-Balance für alle Beteiligte.

Wenn Überstunden nicht die Norm, sondern die Ausnahme in wichtigen Situationen sind. Wenn Vorgesetzte wissen, wie es ihren Mitarbeitern geht. Wenn Führungskräfte sich für die persönlichen Belange der Menschen, die für sie arbeiten, auch wirklich interessieren. Dann ist das Resultat normalerweise ein gutes Arbeitsklima. Die Menschen gehen gerne zur Arbeit. Wenn die Menschen unwichtig sind und nur die Produktivität zählt, dann ist die Kündigung (ob innerlich oder faktisch) auf kurz oder lang vorprogrammiert.

Ein solches Betriebsklima bietet auch häufig reichen Nährboden für zwischenmenschliche Probleme im Kollegenkreis. Mobbing, unkollegiales oder sogar hinterhältiges Verhalten sind oft die Resultate einer Führung, der die Menschen egal sind. Denn diese Art „Vorbild“ findet leider vielfach Nachahmung. Das Sprichwort „der Fisch stinkt zuerst vom Kopf “ passt sehr gut zu dieser Art Führungsfehler.

Versprechen werden nicht gehalten

Versprechen sind verbindlich! Sind sie das nicht, gleicht dies einem Betrug. Und genauso fühlen sich Mitarbeiter, wenn vom Vorgesetzten gemachte Versprechen nicht eingehalten werden. Betrogen!

Bei einer solchen Führungskraft entgleist alles. Jede Aufgabe, jede Forderung wird in Frage gestellt. Es gibt kein Vertrauen. Das Resultat: Ohne gegenseitiges Vertrauen fehlt jede Grundlage für Produktivität. Für Teamarbeit. Für Kommunikation.

Das ist so offensichtlich! Und es ist daher mehr als erstaunlich, wie oft Vorgesetzte ihre Versprechen brechen.

Quellen: Huffington Post, Vorgesetzter.de, forbes.com

2017-08-25T13:30:49+00:00